Ökologisch-Demokratische Partei
Ortsverband Neufahrn-Eching

Veröffentlicht im Echinger Forum 06/2026
(leicht überarbeitete Fassung vom 21.06.2026)

Portrait Markus Hiereth

Honigmonitoring - die weniger sauberen Methoden unseres Flughafens

Dass die Flughafen München GmbH (FMG) das Fest eines hiesigen Sportvereins sponsert, gab den Anstoß für diesen Beitrag, Denn ebenso hartnäckig wie die FMG an einer dritten Startbahn festhält, versucht sie zu vernebeln, wie sehr ihr Geschäft die Umwelt belastet.

So hing in Terminal 1 lange Zeit ein Banner, demzufolge der Flughafen in einigen Jahren klimaneutral sein werde. Jedoch ist recht nebensächlich, was er selbst an Kohlendioxid ausstößt. Wesentlich ist, dass das Fliegen eine besonders energieverschlingende Art des Transports ist und einem Zeitgeist entspringt, in dem Entfernungen keine Rolle mehr spielen sollen.

Die regionalen Belastungen mit Abgas und Schadstoffen wiederum relativiert die FMG nach Kräften und hübscht auf, wo dies möglich ist. Ein Beispiel dafür ist das "Honigmonitoring", das der Flughafen der Presse gegenüber regelmäßig anpreist und behauptet, es handle sich um einen "freiwilligen Service für das Umland". Auf der entsprechenden Seite im Internet [1] wird unbedarften Leserinnen und Lesern nahegelegt, dass sich Imkerei und Flugbetrieb bestens vertragen. Sie mögen sich daher mit der FMG darüber freuen

... dass die Schadstoffgehalte des rund um den Flughafen München erzeugten Honigs nicht höher sind als die aus dem flughafenfernen Vergleichsgebiet und anderen Standorten.  

Ein i-Tüpfelchen setzt noch die Bio-Zertifizierung des am Flughafen gewonnenen Honigs. Fachlich allerdings besteht kein Grund zur Freude, denn mit Schadstoffen aus Düsentriebwerken war - zumindest in Honig - von vornherein nicht zu rechnen. Dies liegt daran, dass die meisten dieser Substanzen fettlöslich sind. Wenn sie über der Landschaft niedergehen und im Nektar von den Bienen in den Bienenstock getragen wurden, geschieht etwas, was dem Flughafen zur "Entsorgung der Öffentlichkeit" [2] willkommen ist: Während in den Waben durch Entzug von Wasser Honig entsteht, gehen die fettlöslichen Verunreinigungen des Nektars in das Baumaterial der Waben, also das Wachs, über. Am Ende ist das begehrte Lebensmittel Honig kaum belastet.

Allenfalls fachlich versierte Menschen kommen auf die Idee, nach Schadstoffkonzentrationen in Pollenvorräten und im Wachs zu fragen. Um etwas darüber zu erfahren, muss man sich den umfangreichen Honigmonitoring-Bericht herunterladen. Ein bemerkenswertes Detail darin ist, dass nicht Wachs von Honigwaben untersucht wurde. Vielmehr nahm man für die Aufzucht von Drohnen bestimmte Waben. Sie bestehen aus frisch von sogenannten "Baubienen" erzeugtem Wachs. Diese jungen Bienen sind jedoch nicht in der Umwelt unterwegs, sondern durchgehend im Stock.

Somit ist das Honigmonitoring alles andere als ein "Service für das Umland". Sein Zweck ist vielmehr, die Diskussion um Luftschadstoffe im Sinne der Flughäfen zu beeinflussen. Mit Bezug zum Hamburger Flughafen wurde dies vom NDR schon im Jahr 2010 in einer ausführlichen Sendung dargestellt. Als Fazit bezeichnete die Autorin Kristina Kruse das Honigmonitoring als eine Kampagne, mit der die deutsche Presse jahrelang instrumentalisiert wurde. Anstatt sich zu distanzieren, band der Münchner Flughafen 2012 noch Schülerinnen und Schüler aus Moosburg in das Honigmonitoring ein [3] und verbuchte 2015 einen genau nach Wunsch geratenen Bericht der Abendschau des Bayerischen Fernsehens sicherlich als Erfolg.

Markus Hiereth

Anmerkungen und Verweise

1
2
im Sinne einer Zerstreuung der Sorgen der Öffentlichkeit
3
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